Gepäck auf dem Motorrad: Gepäckrolle

Gepäckrolle (allgemeines)

Die am weitesten verbreitete Methode, seine Bekleidung auf einer mehrtägigen Motorradtour mitzuschleppen, besteht darin, eine Gepäckrolle vollzustopfen und diese hinten auf des Motorrad zu schnallen.

Eine Gepäckrolle ist grundsätzlich einmal der Nachfolger des bekannten Bundeswehrseesacks. Bei den einfacheren Modellen einfach von oben zu öffnen, ohne weitere Unterteilung wird einfach alles, was mit muss, hineingestopft, anschließend zugemacht und gut ist.

Motorrad-Gepäckrollen müssen jedoch noch weiteren Ansprüchen genügen. Der wichtigste Punkt betrifft vor allem das Thema Wasser. Einem Regenschauer kann man fast nie vermeiden. So ist es absolut unabdingbar, dass die anzuschaffende Gepäckrolle absolut wasserdicht ist. Gerade in diesem Punkt sollte es keine Kompromisse geben. Wer sich nach der Tagesetappe umziehen will und dann feststellt, dass sich die eingepackten Kleider inzwischen schön voll gesaugt haben, wird mir da wohl zustimmen.

diverse Gepäckrollen für das Motorrad

Auswahl von Motorrad-Gepäckrollen

Gepäckrollen lassen sich nach Größe, Art der Beladung, Verschluss, Material und Preis unterscheiden. In Größen von 25 Litern (für zwei Sätze Bekleidung) bis 70 Litern (für den kompletten Hausstand) ist fast alles zu finden. Man sollte sich jedoch auch überlegen, ob man hinten auf der Maschine so ein Riesenteil haben will.

Rollverschluss

Sehr einfach und effektiv an einer Gepäckrolle ist der Rollverschluss. Das Prinzip ist recht einfach. Nach dem Beladen der Gepäckrolle wird diese an der Öffnung mehrere Male umgeklappt und dann mit einer Schnalle verschlossen. Wird mindestens drei Mal umgeklappt, ist das Teil normalerweise wasserdicht (und zwar wirklich dicht) verschlossen und kann mit dem Motorrad mitgenommen werden.

Der Vorteil dieser Konstruktion ist die unübertroffene Einfachheit. Keine beweglichen Teile, kein Reißverschluss, der sich verhaken kann, einfach nur umklappen und gut ist. Die absolute Dichtigkeit ist dann noch ein Bonus, den man gerne mitnimmt.

Einige „Exoten“ (sind inzwischen sogar recht viele), haben den Rollverschluss längs liegend, was das Beladen einfacher, das Verschließen jedoch etwas komplizierter macht.

Reißverschluss

Etwas komfortabler sind Gepäckrollen, die sich mit einem Reißverschluss an der Längsseite öffnen lassen. Hier kann man, fast schon wie bei einer Reisetasche, die Beladung bequem durch eine große „Luke“ vornehmen. In aller Regel ist der Reißverschluss dann noch ordentlich mit einer Klappe abgedeckt, so dass die Rolle zwar nicht wasserdicht, aber zumindest einigermaßen wasserfest zu nennen ist.

Die Vorteile der Konstruktion liegen eindeutig in der großen Ladeöffnung und dem schnellen „zuzippen“. Das Beladen wird so zum Kinderspiel, alles ist einigermaßen schnell zu erreichen.

Die Nachteile sind jedoch auch nicht unbedingt zu verachten. Ein Reißverschluss wird, allen Abdeckungen zum Trotz, immer einen einfachen Weg für eindringendes Wasser bieten, mit allen dadurch entstehenden Folgen. Weiterhin wird ein Reißverschluss an der Motorrad-Gepäckrolle immer dann seinen Geist aufgeben, wenn man keine Möglichkeit der Reparatur in der Nähe hat.

Material und Preis

Diese zwei Punkte hängen unmittelbar zusammen. Eine Gepäckrolle ist schon ab knapp drei Euronen zu haben, wenn einen irgendwelche Werbeaufdrucke nicht stören. Diese Rollen sind dann zumeist aus billigem, dünnen PVC, was bei starker Beanspruchung durchaus mal reißen kann. Vor allem an hoch beanspruchten Stellen, z.B. Tragegriffen, ist dann schnell mal ein Loch drin.

Die andere Seite der Medaille sind dann Nylon- oder Polyamid-verstärkte Gewebe, die dann wirklich unkaputtbar sind. Hier kann eigentlich jeder nach Gutdünken zugreifen, ist ein billiges Teil kaputt, kann man es schnell ersetzen, bei teuren Anschaffungen hat man halt eine Weile was davon.

Details

Bei jeder Gepäckrolle sollte auf einige Kleinigkeiten geachtet werden. Zunächst einmal wäre ein stabiler (am besten doppelt gearbeiteter) Boden gar nicht so verkehrt, denn durch Abstellen auf schäbigem Untergrund ist hier schnell mal ein Loch drin. Bei einem 3-Euro-Teil noch zu verkraften, ist das bei größeren Anschaffungskosten doch wirklich ärgerlich.

Auch ein Tragegriff ist nicht verkehrt, dieser sollte ebenfalls stabil gearbeitet sein. Eine Gepäckrolle ohne griff zu transportieren kann schon recht mühselig werden, je nach Gewicht; denn an welcher Kante soll man denn bei einem runden Teil halten?

Zusätzliche Riemen und Laschen helfen, den Packsack zu komprimieren, das vereinfacht die sichere Anbringung erheblich. Weiterhin bieten umlaufende Gurte noch den Vorteil, dass man etwas außerhalb des Packsacks transportieren kann. Bei mir ist das z.B. die Zeltplane (immer naß), Zeltgestänge oder Regenbekleidung (wenn man mal schnell rankommen sollte).

Produktbeispiele

Eine klassische Mittelklasse-Gepäckrolle fürs Motorrad. Mit über 70 Litern Stauraum gehört sie schon fast zu den Größten. Das Polyestergewebe ist recht stabil, die Tasche weist einen Rollbügelverschluss, einen Tragegriff sowie zwei zusätzliche Kompressionsgurte auf. Ganz klar alles was man so braucht.
Die hier ist mit nem knappen Fuffi in der größten Version schon etwas teurer, bietet jedoch eine wesentlich stabilere Verarbeitung und ist ein Markenprodukt. Außer einem Tragegriff ist zwar noch eine Art Netz zum Verzurren von zusätzlichem Equipment angebracht, aber ich bin nicht so ganz überzeugt davon. Bei mir ist das immer ausgeleiert, als ich mal die Zeltplane drunter geklemmt habe.